Pressemitteilung

Schulschach-Akademie in Springe gegründet

 

Die Stadt Springe ist der Sitz der ersten Schulschach-Akademie Deutschlands. Im Sommer 2006 wurde der Trägerverein „Schulschach-Akademie am Deister e.V.” gegründet; die Akademie hat mit ersten Veranstaltungen auf sich aufmerksam gemacht.

Den Anstoß zur Gründung der Akademie gab der langjährige Schulschachbeauftragte der ehemaligen Bezirksregierung, Jochen Krehnke (62). Sein Ziel ist es, Schulschach insbesondere in Springe und Nachbarstädten - zunächst vor allem Bad Münder und Barsinghausen - weiter zu fördern. „Die Schulschach-Akademie soll die Aktivitäten der Schach-AGs in den Schulen bündeln und zwischen Schule und Schachvereinen eine Mittlerrolle einnehmen,” so Krehnke. Die Akademie will unter anderem Leiter von Schulschach-AGs ausbilden, sowohl Erwachsene als auch Jugendliche. Ziel ist es außerdem, möglichst bald auch ein Angebot für Kindergärten zu machen. Auch ein deutsch-polnischer Schachaustausch nimmt bereits konkrete Formen an.

Erster Vorsitzender des Trägervereins der Schulschach-Akademie ist Jochen Krehnke. Zweiter Vorsitzender ist Sven Reichelt. Der Springer hat sich für die Krehnkes Idee begeistern lassen und will den Aufbau der Akademie vorantreiben. Als fachlicher Betreuer wurde der Internationale Schach-Meister Alexander Bangiev gewonnen. Der in der Ukraine geborene, hochkarätige Schachspieler hat in den vergangenen zehn Jahren eine eigene Methode zum Erlernen des Schachspiels entwickelt, die so genannte Feldertheorie. Sie eignet sich nach Bangievs Auffassung insbesondere für Kinder und Jugendliche und verzichtet ganz auf das im Schach sonst übliche Auswendiglernen standardisierter Varianten und Spielzüge. Im Mittelpunkt der Bangiev-Methode steht vielmehr das selbstständige Denken, das er vor allem bei Kindern fördern will. „Denkstrukturen und Verhaltensweisen, die Kinder im Rahmen der Feldertheorie erworben haben, lassen sich auf andere Gebiete übertragen. Diese einmal erworbenen Fähigkeiten kann ihnen keiner mehr nehmen”, erklärt Bangiev. Sein Ziel ist es, Schach leichter erlernbar und breiteren Schichten zugänglich zu machen.

Auch Jochen Krehnke ist von den positiven Auswirkungen des Schachspiels für Schulkinder zutiefst überzeugt. „Es fördert Denkvermögen und Konzentration”, so der passionierte Lehrer. Rund 2000 Kinder haben in den vergangenen zehn Jahren allein in Springe an Schulschach-AGs teilgenommen. Auch die sportlichen Erfolge sind beachtlich: So haben es Mannschaften der Grundschule am Ebersberg zwei Mal ins Landesfinale der besten vier Grundschulteams in Niedersachsen geschafft. Schachmannschaften der ehemaligen OS Süd haben gleich vier Mal das Landesfinale erreicht. Das Otto-Hahn-Gymnasium, auch regelmäßig auf Landesebene erfolgreich, hat sogar im vergangenen Jahr eine Mädchen-Mannschaft ins Bundesfinale geschickt. Für eine Kleinstadt, so Jochen Krehnke, sind solche Erfolge „einmalig”.

Die Schulschach-Akademie soll diese Erfolge auch künftig ermöglichen. Dazu müssen immer neu Leiter von Schulschach-AGs ausgebildet werden. Und das nicht nur für Springe: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Mannschaften, die im Bezirk Hannover an Schulschachturnieren teilnehmen, von 170 auf 330 nahezu verdoppelt.

Mittelfristig soll die Akademie auch ein eigenes Haus erhalten. Geplant ist, das Springer Wohnhaus Krehnke zum „Haus des Schachs” werden zu lassen. Bereits heute hat die Schulschach-Akademie Gastrecht im Obergeschoss des Hauses, die ersten Veranstaltungen haben bereits dort stattgefunden. Bei entsprechender Entwicklung des Trägervereins ist es das Ziel Krehnkes, sein Haus ganz der Schulschach-Akademie zur Verfügung zu stellen.